Holga: Eine chinesische Mittelformatkamera
Autor: Ralf-Jürgen Stilz | Datum: 16. März 2010 | Kategorie: Lomographie
Ralf-Jürgen StilzEs gibt Zeiten, da kann ich den ganzen digitalen Kram nicht mehr sehen. Zeiten, in denen es mir zutiefst zuwider ist, Lightroom zu starten und Fotos zu bearbeiten. Zeiten, in denen ich einfach nur den Auslöser einer Kamera betätigen will. Und sonst nichts. Immer dann, wenn ich also genug von der digitalen Welt habe, greife ich in meine Fotokiste und krame eine der vielen analogen (zugegeben: auch angestaubten) Lomokameras heraus. Eine Kamera, die ich dabei immer wieder in die Hand nehme ist die Holga. Mit ihr kann ich das schönste Fotoformat der Welt auf 120er Rollfilm belichten: 6×6!
Die Holga ist eine außergewöhnlich günstige chinesische Mittelformatkamera. Und mit günstig meine ich wirklich billig! Die Holga wurde ursprünglich als Volkskamera in China konstruiert (erstmals 1982 in Hongkong). Mit der Zeit hat sie ihren Weg aber auch zu uns in den Westen gefunden. Dort geniesst sie einen gewissen Kultstatus, vor allem in der Lomographie.
Die Holga hat Features, die bei modernen Photoapparaten mittlerweile nicht mehr zu finden sind, wie z.B. Unschärfen, Streulichter, Farbverfälschungen und sehr wenige Einstellmöglichkeiten. Außerdem lässt sich der Spulknopf beliebig weit drehen (Stichwort: partielle Doppelbelichtungen). Holga-Fans zelebrieren diese Fehler Features der Kamera unter dem Motte Reduce to the max! Gerne wird die Kamera auch modifiziert, z.B. durch das Hinzufügen selbst gebohrter Löcher im Gehäuse um Fehlbelichtungen zu erzielen. So ist schon beim Kauf der Holga eine Rolle Klebeband mit in der Verpackung zu finden, das Do-it-yourself ist also ausdrücklich erwünscht.
Was man mit diesem Klebeband alles anfangen kann, das zeigt Dir Peter Thomsen (Homepage, Blog, Flickr) in diesem Video-Podcast von Simple Photo Minute.
Thanks a lot, Peter!
Die Plastiklinse, das Mittelformat, die Features und das unschlagbare 6×6 machen die Holga zu einer der kultigsten Photoapparate der Welt. Mit etwas Geschick kannst Du anstelle der eher selten gewordenen und teuer zu entwickelnden 120er Rollfilme auch normale Kleinbildfilme verwenden. Kaufen, auspacken, loslegen. Es lohnt sich.
4 Kommentare bisher
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- browserFruits: Das Fotografie Special | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel • 21. 03. 2010
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[...] # Und noch einen tollen Holga-Film gibt’s genau jetzt (via). [...] - photoappar.at » Meine Stadt » Düsseldorf, meine Stadt • 26. 03. 2010
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Hier bloggt Ralf-Jürgen Stilz über Fotografie und Lomographie, stellt Euch Bildbände vor, zelebriert Hardwarefetischismus und berichtet über das Leben in nicht nur digitalen (Foto-)Communities.
Ich glaube meine Holga ist auch Schuld daran, dass ich inzwischen die digitale Knippse nur nehme wenn es einfach nicht anders geht und das Bild schnell zu sehen und zu benutzen sein soll. Wenn es aber ums Fotografieren geht, greife ich nur noch auf eine meiner analogen Kameras zurück. Schade eigentlich das Rollfilm und die Entwicklung doch um einiges teurer als bei 35mm sind. 6×6 ist einfach unschlagbar!
das erinnert mich an meine erste kamera ;-)
PS.: schön, dass du wieder da bist ;-)
Habe meinen letzten Rollfilm nicht mal mehr aus der Entwicklung zurück bekommen. Wahrscheinlich haben die Penner ihn einfach weg geworfen. Muss mir wohl ein neues Labor suchen….
wenn man es pro film sieht, kostet (zumindest in einem qualitätslabor in wien) das mittelformat nicht mehr als ein 24er kb-film. 9,40 EUR inkl. abzüge 9×13 (bzw. 9×9).
ich bin nach einigen nur-digital jahren auch wieder teilweise zum analogen fotografierne zurückgekommen.
kann es mir nicht wirklich erklären, aber die alten kameras haben so eine gewisse magie…