Kreative Pause
Autor: Ralf-Jürgen Stilz | Datum: 23. April 2010 | Kategorie: Internes
Ich habe eine fast acht Monate lange so genannte kreative Pause hinter mir. Aber was bedeutet eigentlich kreative Pause? Meint wirklich jeder das gleiche, wenn er von der kreativen Pause spricht?
Heiko KeimDie allwissende Müllhalde definiert eine kreative Pause als
… eine Pause unterschiedlicher Länge im kreativen Schaffensprozess von Künstlern, Wissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern. Dabei ist die Pause selbst nicht von kreativen Tätigkeiten gekennzeichnet. Sie soll eher der Erholung des Geistes und der Wiederherstellung der Schaffenskraft dienen.
Aber genau das habe ich gar nicht gemacht. Ich war in den vergangenen Monaten sehr wohl kreativ, aber auf ganz anderen Gebieten. Ich habe nur einen großen Bogen um meine Kamera, um deutsche Blogs über Fotografie und um das ganze Thema Foto allgemein gemacht. Ich hatte einfach die Schnauze voll.
Den Drang, eine Pause zu machen, den haben übrigens auch andere, aktuell zum Beispiel Martin. Und ich finde es enorm wichtig, dass man diesem Drang dann auch nachgeht. Pausen tuen gut. Allen Beteiligten. Also scheut Euch nicht, einfach mal eine Auszeit zu nehmen.
Das mit dem die Schnauze voll haben hat sich mittlerweile wieder etwas gelegt. Ich nehme meine Kamera wieder gerne zur Hand. Fotografiere regelmässiger, aber noch lange nicht wieder in der Frequenz wie noch vor einem Jahr. Das liegt unter anderem auch daran, dass ich hier in Düsseldorf meiner Tierfotografie einfach nicht nachkommen kann. Schade eigentlich, aber ohne lange Autofahrten geht’s halt nicht.
Ich platze auch nicht vor neu entflammter Kreativität. Ich kann aber durch den gewonnen Abstand heute viel klarer sehen. Ich konnte mir bewusster machen, was ich eigentlich will. Aber selbst beim Schreiben der Artikel für den neuen photoappar.at ändern sich noch Nuancen und werden Ideen wieder verworfen. Ich muss hier noch einiges ändern, bis ich da bin, wo ich gerne hin möchte.
Meine kreative Pause war also eher ein In Deckung Gehen, ein Luftholen oder auch ein Reset. Aber das Anlaufen, der Neustart oder wie auch immer man es nennen will, gestaltet sich schwieriger als gedacht. Trotzdem bleibe ich dran. Ihr hoffentlich auch!
9 Kommentare bisher
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Hier bloggt Ralf-Jürgen Stilz über Fotografie und Lomographie, stellt Euch Bildbände vor, zelebriert Hardwarefetischismus und berichtet über das Leben in nicht nur digitalen (Foto-)Communities.

Oha, hätte ich nach dem Light Leaks Workshop gar nicht so gedacht, da bist du ja stets vorn dabei gewesen. War jedenfalls mein Eindruck. Und die Phase davor kenne ich ja gar nicht, kann also auch gar nicht das Gefühl haben, hier etwas zu vermissen. Ich bleib dran :-)
Oh, die Berliner Woche war richtig gut. Eben habe ich die ersten Filme aus der Entwicklung geholt. Bin noch mehr auf die Ergebnisse aus dem Workshop und auf meine Cross-Entwicklungen gespannt. Aber noch habe ich nicht wieder richtig Fahrt aufgenommen ;-)
So schnell wirst du mich hier nicht los. Mach’ einfach dein Ding.
Aber rauszufinden, was denn eigentlich das eigene Ding ist, ist oftmals gar nicht einfach.
Ich bin gespannt!
Vor der kreativen Pause steht meist das kreative Loch. Wie man mit diesem Loch kreativ umgeht, da habe ich letztens äußerst ernstzunehmend gebloggt:
http://www.olafbathke.de/fotograf-kiel-blog/2010/04/02/18-tipps-fur-fotografen-der-kreative-umgang-mit-dem-kreativen-loch/
Um da aber auch nochmal etwas ernsthaftes beizutragen: Das was dem Bloggen fehlt ist ein Belohnungssystem. Wenn man mit dem Bloggen ernsthaft Geld verdienen kann, dann sähe es mit dem langen Atem beim Bloggen sicherlich noch einmal anders aus.
Olaf, guter Artikel, habe ich neulich schon drüber geschmunzelt.
Aber mit Blogs kann man Geld verdienen, dafür gibt es doch genug Beispiele.
Geld hat mich damals aber nicht motiviert und motiviert mich auch jetzt nicht zu bloggen. Wenn es mir ums Geld gehen würde, dann hätte ich photoappar.at vor einem halben Jahr verkauft (worüber ich auch ernsthaft nachgedacht habe).
Kommentare, Abonnenten, Links, E-Mails, Anrufe und persönliche Treffen, das sind meine Gründe, diesen Blog zu betreiben. Ein besseres Belohnungssystem kann ich mir nicht vorstellen.
Wenn ich irgendwann feststelle, dass ich a) nichts mehr zu sagen habe oder b) es keiner mehr hören will, dann mache ich zu.
@Ralf: Ich komme immer mehr zu dem Schluß, dass es irgendwie möglich sein muss, für gute Inhalte Geld zu erhalten. Klar ist das gegenwärtige Belohnungssystem (Rückmeldungen, Kontakte) Ansporn, zu schreiben.
Wenn ich meinen Blog wirtschaftlich betrachte, dann müßte ich ihn sofort schließen.
Meine Versuche mit Werbung sind meisten daran gescheitert, dass ich meinen Stundenlohn als Maßstab nehme und die Anzeigekunden meinen 10€ sei ja schon Geld genug und dafür müßte ich ja dankbar sein.
Ich glaube auch, dass der deutsche Markt ein viel zu kleiner ist, als dass man da wirklich mit rechnen kann.
Naja, vielleicht bin ich auch einfach nicht geschickt genug, meinen Blog zu vermarkten… ;-)
Da die Diskussion gerade ein wenig von der “kreativen Pause” weg driftet schlage ich vor, wir unterhalten uns “woanders” zu dem Thema weiter ;-)
Kommt mir irgendwie bekannt vor. Bei mir ist es mittlerweile eine Langzeitpause. Ich habe irgendwann vor über einem Jahr den Faden verloren und seit dem eigentlich nur noch sporadisch oder im Urlaub fotografiert. Die täglichen Spaziergänge durch die Natur gibt es schon lange nicht mehr. Warum das so ist, weiß ich eigentlich nicht so richtig. Vielleicht habe ich ein wenig das Interesse an der Landschaftsfotografie verloren. Eigentlich Schade, weil es mir viel Spaß gemacht hat und ich auch das eine oder andere gute Foto gemacht habe (behaupte ich jetzt mal). Ob es Sinn macht, das Ende dieses Fadens zu suchen und wieder aufzunehmen, ist fraglich. Vielleicht ist es besser, das Kapitel erst einmal ganz abzuschließen und etwas neues anzufangen. Dazu fehlt mir allerdings aktuell ein wenig die Zeit und die Entspannung. Obwohl das natürlich auch eine faule Ausrede sein könnte …
Mal sehen, wie es weitergeht. Dir wünsche ich jedenfalls viel Erfolg und Freude in der neuen Kreativitätsphase.
Ich finde auch, Du hast jetzt lange genug Pause gemacht. Nimm einfach nochmal die Kamera in die Hand und geh’ spazieren. Vielleicht zur Abwechslung mal in die Fußgängerzone?