Ich will Videos drehen
Autor: Ralf-Jürgen Stilz | Datum: 23. März 2010 | Kategorie: Bewegte Bilder
Auf einem sehr guten BarCamp Ruhr 3 im Essener Unperfekthaus konnte ich letzten Sonntag eine Session von Markus Hündgen besuchen und mich mit einem Thema auseinander setzen, das mir schon eine ganze Weile im Kopf herum schwirrt. Als wir zur Einstimmung dann dieses Video von Jason Magbanua gezeigt bekamen, aufgenommen mit einer Canon 7D, war es (schon wieder) um mich geschehen: Ich will nämlich auch Videos drehen.
Ich habe schon den ein oder anderen Ausflug in dieses Metier unternommen und bin jedes Mal kläglich gescheitert. Zum einen bin ich völlig falsch an das Thema heran gegangen (wenig Plan, kein Stativ, …). Zum anderen war ich mit dem Output der (zum Teil sehr teuren) Hardware überhaupt nicht zufrieden. Wenn ein Video auf dem TV von vorne bis hinten scharf ist, dann habe ich schon keine Lust mehr, weiter zu machen. Ich bin wohl einfach durch die digitale Fotografie an der Stelle etwas anspruchsvoller. Aber Camcorder mit der von mir gewünschten Bildqualität und Bokeh übersteigen im Preis schon deutlich meine digitale Spiegelreflex, und ich bin nicht gewillt, diese Ausgabe ein zweites Mal zu tätigen.
Als ich damals vor dem Wechsel zum digitalen Vollformat in der Fotografie stand, habe ich die Nikon D700 sehr genau mit der Canon 5D Mark II verglichen und mich für die Nikon entschieden. Wohl wissend, dass ich auf das Feature Video verzichte (wir alle erinnern uns noch gut an Vincent Laforets Reverie). Heute bereue ich zwar nicht den Kauf der D700 (eine wahrlich famose Kamera!), sehr wohl bedauere ich aber das Fehlen der Bewegtbilder-Funktion. Auch in meinem Nikon-Freundeskreis macht sich immer mehr Murren darüber breit, dass Canon mit der 7D nun noch einmal ordentlich nachgelegt hat. Nun, für mich ist die Canon 7D aber keine Alternative, da es sich nicht um eine Vollformatkamera handelt. Der Konkurrent bietet HD-Filmen derzeit in der Nikon D300s (auch kein Vollformat) und der Nikon D3s an. Letztere ist dann preislich doch wieder etwas weiter weg. Was uns Film-interessierten Nikonianern also fehlt, ist das Gegenstück zur Canon 5D Mark II oder anders ausgedrückt: Uns fehlt eine Nikon D700s. Sollte die bald erscheinen, so zeichnet sich bei mir erneut ein Wechsel des Bodies ab. Bis dahin kann ich mich aber noch getrost mit den Grundlagen des Videofilmens auseinander setzen. Einer von denen, die es schon drauf haben, ist der Brite Philip Bloom.
Was ich aber in der eingangs erwähnten Session des selbst ernannten Videopunks Markus Hündgen gelernt habe: Die Filmerei hat unglaublich viel mit der Fotografie gemeinsam. Das bedeutet wahrscheinlich nicht, dass jeder gute Fotograf auch ein guter Filmer ist. Aber der Einsteig in die Materie sollte uns Fotografen doch deutlich leichter fallen. Mich jedenfalls faszinieren die Möglichkeiten, die ich mit meinen lichtstarken Nikkor-Objektiven und einem Vollformatsensor im Bereich Video hätte.
10 Kommentare bisher
Trackbacks/Pingbacks
- photoappar.at » Internes » Geständnis: Systemwechsel • 2. 05. 2010
[...] jetzt mal im direkten Vergleich zu meiner Nikon D700, aber ich habe ihn insbesondere wegen der Videofunktionalität und den 21 Megapixeln vollzogen. Als erstes Objektiv habe ich übrigens zum Canon EF 24-70mm [...]
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Hier bloggt Ralf-Jürgen Stilz über Fotografie und Lomographie, stellt Euch Bildbände vor, zelebriert Hardwarefetischismus und berichtet über das Leben in nicht nur digitalen (Foto-)Communities.

Toller Gedanke! Da ist sicherlich was drann…..
Ich trau diesen ganzen Kombi-Geräten nicht so recht. Wäre es nicht sinnvoller eine anständige Video-Kamera zu kaufen? In dem Bereicht gibt es doch bestimmt auch ein Semi-Professionellen Bereich, oder?
Preislich gibst Du dann in etwa nochmal soviel aus, wie Deine anständige DSLR bereits gekostet hat. Aber mit Deinen lichtstarken Festbrennweiten kommt auch die Cam noch nicht mit. Mit Ausnahme Ton, das habe ich in dem Artikel vergessen zu erwähnen. Die Tonaufnahmequalität der heutigen DSLRs ist wohl noch eher bescheiden.
Schau Dir doch mal die verlinkten Videos an. Alle mit DSLRs entstanden. Wofür benötige ich da noch eine Video-Kamera? Ich könnte mein komplettes Equipment, das gerade schon genug gekostet hat, auch für die Filmerei nutzen. Gefällt mir gut, die Idee. Ich warte nur noch auf die richtige Kamera.
Die D700s mit Video-Funktion wird kommen. Und dann gibst Du für Equipment, das Du benötigst, um solche Bewegtbilder zu machen wie oben gesehen, noch mal soviel aus. Mindestens.
Vor 20 Jahren war mir Fotografie auch irgendwann zu wenig und habe zusammen mit einem Freund mit 16mm experimentiert. Heute bin ich froh mich wieder auf’s Fotografieren beschränken zu können.
Ich war und bin halt ein Konsumkind :)
Stimme Dir zu, ein sehr reizvolles Gebiet. Aber eines sollte man auch dabei nicht vergessen – diese professionellen DSLR-Filme über die man immer wieder staunt, sind zumeist mit einem Haufen an zusätzlichem Equipment gedreht. Wenn man sich bspw mal die Making-Ofs von P. Bloom anschaut, wird einem erst so richtig deutlich, was an Hardware da noch alles involviert ist. Das beginnt bei einem kleinen Viewfinder und geht bis zu großen Aufbauten für die Kamerafahrten. Man darf sich also nicht der Illusion hingeben, man könne ähnliches zustande bringen, ohne noch mal erneut einen beträchtlichen Betrag zu investieren.
Freut mich, dass dich das Bewegtbild-Fieber gepackt hat. Und wieder einer mehr auf der guten Seite der Macht ;)
Vielleicht ein paar Tipps im Nachgang zur Session:
1.) Auf Vimeo gibt es eine tolle Ansammlung von Film-Tutorial-Videos:
http://vimeo.com/channels/filmschool
2.) Es muss nicht gleich die 5D oder 7D sein – für Video ist die 550D ausreichend (und viel günstiger). Vielleicht ein bezahlbarer Einstieg?
3.) Gibt es keine Nikon-Canon-Adapter für deine Objektive? Denn was du beim Videomachen absolut nicht brauchst sind: Autofokus und Zoom.
4.) Für den guten Ton empfehle ich eine externe Lösung: Das Zoom H4N (http://www.zoom.co.jp/english/products/h4n/). Daran kannst du jedes Mikro anschließen. Gute Einsteiger-Mikros gibt’s bereits ab ca. 150 Euro.
Meine Meinung zur Nikon vs. Canon-Debatte: Wenn Nikon sich nicht sehr beeilt und enorm viel in Marketing und Innovation investiert, bleibt der gesamte Video-DSLR-Markt bei Canon. Sämtliches Spezial-Zubehör, Software etc. wird derzeit an Canon angepasst bzw. ist es schon. Etliche Produzenten sind von Filmkameras auf Canon umgestiegen: U.a. Saturday Night Live und Dr. House (!).
Herr Kirmesheld, wer denn Philip Bloom nacheifern möchte, der kann das ja gerne tun. Aber auch ohne solche Materialschlachten sind sehr schöne Ergebnisse möglich, wie zur Zeit eindrucksvoll auf Vimeo & Co. bewiesen wird.
Markus, Du kannst doch keinem Nikonianer wie mir eine 550D als “Alternative” anbieten! Hilfe! Wenn, dann richtig :)
Mit der Videomaterie werde ich mich in Zukunft auch stärker beschäftigen.
Das hier z.B. ist mit Dreh, Schnitt und Bearbeitung in 3 Stunden entstanden: http://vimeo.com/9508197
Equipment: 5D MkII / Sigma 70-200mm 2.8 / Final Cut Express
Geht vom Stil her genau in meine Richttung und ist vom Equipment her zwar nicht wirklich billig, aber durchaus überschaubar und fotografieren kann ich ja auch noch damit.
Überschaubar ist relativ, aber den Schnitt sollte iMovie auch erledigen können. Wenn ich solche Videos sehe, dann werde ich doch ein wenig neidisch auf die MK2-Besitzer.
Hallo!
Mich fastziniert das Thema Video genau so wie dich. Leider habe ich meine DSLR (Canon 450D) bisschen zu früh gekauft…1Jahr später und ich hätte Filmen können :P.
Naja ich denke auch schon lange über dieses Thema nach, 5D Mk II ist für einen 13jährigen denke ich zu teuer, 550D ist rausgeschmissenes Geld und 7D….tja, weiß nicht so recht.
Lg
Flo