I thought I made a mistake once but it turned out it was a creative moment. (Scott Fleming)

Bevor ich sterbe

Autor: Ralf-Jürgen Stilz | Datum: 19. März 2010 | Kategorie: Fotografie

Vor erst gar nicht allzu langer Zeit bin ich auf das Fotoprojekt What do you want to do before you die? aufmerksam geworden. Wie so oft bin ich dabei über die Fotografie auf ein Thema gekommen, das weit über das simple Schiessen einer Polaroidaufnahme hinaus geht. Doch worum geht es bei Before I die I want to…?

Es geht um zwei Dinge. Erstens geht es um den Tod von Polaroid. Nun ja, Todgeweihte leben länger. Die Sofortbildkameras werden wohl so schnell dann doch nicht aussterben, zumindest nicht wenn Lady Gaga damit in ihren Videos fotografiert. Zweitens geht es darum, sich mit dem Sinn des eigenen Lebens auseinander zu setzen und für sich Ziele zu definieren, die man noch erleben oder erreichen will. Schon spannender, denn dieses Thema ist auf jeden Fall endlich. Huh, wer hätte gedacht, dass ich einmal Lady Gaga und den Sinn des Lebens in einem Abschnitt erwähne?!

Schiesse eine Polaroidaufnahme von Dir und schreibe darunter, was Du in Deinem Leben noch tun möchtest, bevor Du stirbst. Ganz einfach, oder? Von wegen. Ich habe echt lange gegrübelt. Urlaub machen, Familie gründen, Haus bauen?

Bevor ich sterbe, ...
Bevor ich sterbe, … Copyright Ralf-Jürgen Stilz

Jeder kann mitmachen. Vielleicht ist das Projekt schon zuende, das Buch schon gedruckt und die Ausstellung schon gewesen. Na und! Was wirst Du unter Dein Polaroid schreiben?

[via ein letzter Blog]

7 Kommentare bisher

  1. Diese Frage habe ich damals, als ich das Projekt entdeckt habe, ähnlich wie du beantwortet. http://bigod.net/2008/11/01/before-i-die-i-want-to/

  2. Bemerkenswert finde ich, wie unterschiedlich nach Herkunft oder nach Alter beantwortet wird. Vor 10 Jahren hätte ich sicherlich anders geantwortet als heute. Und wie ich in zehn Jahren auf die Frage antworten würde, wer kann das sagen?!

  3. Irgendwann im Leben kommt wohl der Punkt, wo man sich von konkreten Zielen “Die Welt umsegeln” zu Abstrakten verändert (glücklich leben).

    Wobei, eigentlich denke ich, so eine Frage soll einen dazu anregen, darüber nachzudenken, ob man grade das Leben lebt, die Dinge tut, die man wirklich tun möchte, oder ob es an der Zeit wäre, seinen Lebensinhalt mal grundlegend zu überdenken.

    Mir gefällt mein Leben jedenfalls. Selbst die Arbeit (die mir aktuell so viel Spaß macht, dass ich es schon fast schade finde, nächste Woche wegzufahren).

  4. Wenn ich mir’s recht überlege, hätte ich auch schreiben können: “Bevor ich sterbe, möchte ich einmal den Jakobsweg pilgern”. Das Problem mit solchen Zielen ist, was macht man nach der Zielerreichung? Sterben? Da finde ich die abstrakteren Ziele irgendwie besser, obwohl sie schlecht messbar sind.

  5. Bevor ich sterbe, möchte ich glücklich sein…

  6. “Bevor ich sterbe, möchte ich einmal den Jakobsweg pilgern”

    Ne, das Problem ist dass sich das alle andern auch wünschen und es auf dem Jakobsweg sehr eng wird. Dann stirbst Du bevor Du am Ziel angekommen bist….

  7. Ach Saskia, das ist doch nur eine post-kerkelingsche Phase von kurzer Dauer, die sich zudem nur auf den Camino francés bemerkbar macht. Bald ist wieder Normalität eingekehrt und man fühlt sich beim Pilgern nicht mehr, als würde man Urlaub auf Malle machen. Ganz bestimmt.

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