Die Kunst, mehr als ein Foto zu veröffentlichen
Autor: Ralf-Jürgen Stilz | Datum: 26. Januar 2012 | Kategorie: Fotografie
In seinem Artikel How to start your own street photography project hat Eric Kim genau den Schluß gezogen, zu dem ich vor ein oder zwei Jahren für mich persönlich auch schon gekommen bin.
I feel that nowadays with online social networking photo-websites such as Flickr put far too much emphasis on single images. [...] Single images are great, but they are limited in their story-telling ability.
Jim Rakete beschreibt es in seinem Interview mit der Süddeutschen heute so:
Fotografie war die Fertigkeit, auf einem Film von 36 Aufnahmen mit einer Leica eine Geschichte zu erzählen.
Meine Rede! Ein einzelnes gutes Foto produzieren, das kann (fast) jeder. Aber eine Serie von guten Fotos, die mehr als inhaltlich zusammen passen, da wird es schon schwieriger. Eine Geschichte erzählen, mit Fotografien. Tja, leider harpert es bei mir noch an der Umsetzung, wogegen Eric da deutlich konstruktiver ran gegangen ist.

Als ich den Artikel auf Erics Blog gelesen hatte, war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich so etwas ähnliches auch schon einmal gebloggt habe (Stichwort: Foto-Essays). Das ist aber nicht der Fall. Ich habe mir den Wolf gesucht (auf meinem eigenen Blog *patsch*). Aber anscheinend bin ich über einen ersten Entwurf nie hinaus gekommen (und selbst den finde ich nicht mehr). Daher fasse ich mal die Punkte zusammen, die Eric an dieser Stelle wichtig erscheinen:
- Have a great concept
- Stay consistent with your gear
- Shoot for a year
- Don’t share your project publically until it is finished
- Collect feedback along the way
- Edit your project
- Sequence your project
- Publish your project
Ich würde nicht so weit gehen, dass jedes Projekt unbedingt ein ganzes Jahr braucht. Aber ein gewisser zeitlicher Abstand zwischen Anfertigen der Fotos und Auswahl, welche Fotos letztlich veröffentlicht werden sollen, das macht schon Sinn.
Mir persönlich am wichtigsten erscheint: Es gilt darauf zu achten, dass die ausgewählten Fotos nicht nur inhaltlich zusammen passen. Auch Art und Weise der Aufnahme und Bearbeitung sollten eine Handschrift wiedergeben. So entstehen schöne Foto-Essays, die beim Durchklicken (oder: Durchblättern) eine Geschichte erzählen, wie es vielleicht einem einzelnen Foto – und sei es noch so gut – nicht gelungen wäre.
Punkt Eins auf Erics Liste ist natürlich eine Grundvoraussetzung.
To come up with a great concept is quite difficult, however this is what will be the backbone for your project. The more clear and precise your concept is, the more focused your project will be — which will result in images that better fit your project. Coming up with a great concept should lie with what personally interests you.
Aller Anfang ist schwierig, aber auch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
3 Kommentare bisher
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- photoappar.at » Fotografie » Erste Gehversuche mit Triptychons • 9. 02. 2012
[...] die Idee mit den Triptychons kam ich nach der Diskussion um meinen Artikel Die Kunst, mehr als ein Foto zu veröffentlichen und dem Hinweis von Andy in den Kommentaren auf Diptychons und Triptychons als Alternative zu [...]
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Hier bloggt Ralf-Jürgen Stilz über Fotografie und Lomographie, stellt Euch Bildbände vor, zelebriert Hardwarefetischismus und berichtet über das Leben in nicht nur digitalen (Foto-)Communities.
Und genau das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich schon seit gefühlten Ewigkeiten kein Bild mehr in´s Netz gestellt habe. Einzelne Bilder befriedigen nur noch in den seltesten Fällen meinen Anspruch und für etwas konzeptuelles bringe ich im Moment irgendwie nicht nötige Geduld auf.
Als Alternative zu einem ausgewachsenen Essay hatte ich mal ein Reihe von Dipty- und Triptychons geplant. Da müssen ja erstmal nur zwei bzw. drei Bilder in Einklang gebracht werden. Ich werde diesen Artikel mal als Ansporn nehmen und versuchen mein Auge wieder hinter den Sucher zu schwingen um da mal was auf die Reihe zu kriegen.
Und schön, dass es hier wieder öfter was zu lesen gibt, aber ich kenn dich und gewöhn mich mal nicht dran ;-)
Das mit den Dipty- und Triptychons ist auch mal eine gute Idee! Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Danke!
Wollten wir uns nicht mal auf einen Kaffee in Mainz treffen?
Gefällt mir, Dein Artikel, Rajue. Gerade die Gedanken zu Serie vs- Einzelbild finde ich sehr wertvoll – und herausfordernd beim Fotografieren. Macht aber durchaus Sinn, sich damit auseinanderzusetzen und der Gewinn ist nicht zu unterschätzen, wenn man mal wieder eine Serie fertiggesstellt hat, mit der man selbst zufrieden ist.