You have to be ready for luck. (Neil Leifer)

Digitale Doppelbelichtungen mit analogem Material

Autor: Ralf-Jürgen Stilz | Datum: 22. März 2010 | Kategorie: Lomographie

Bild 1: Selbstportrait im Auto mit der LC-A
Bild 1: Selbstportrait im Auto mit der LC-A Creative Commons License Ralf-Jürgen Stilz

Neulich habe ich mich ja erstmals an der Doppelbelichtung mit der Lomo LC-A versucht. In der gleichen Zeit habe ich auch ein paar Filme testweise verschossen, um die Qualitäten meiner neu ersteigerten LC-A und die verschiedenen Filme im Angebot der lomographischen Gesellschaft zu testen. Beim Betrachten der Ergebnisse kam mir die Idee, eine Doppelbelichtung am Rechner zu erstellen.

Skandal! werden jetzt diejenigen unter Euch rufen, die mich schon etwas länger kennen. Zugegeben, ich bin ja nicht so der Verfechter der digitalen Manipulation, aber hey!, es ist so doch viel einfacher, gute Doppelbelichtungen zu erstellen. Es erlaubt einem tatsächlich, relativ sorgenfrei durch die Gegend zu lomographieren und dabei noch lässige Schnappschussfotografie zu betreiben. Ganz im Sinne der Lomographie! Nachdem die Filme dann entwickelt und gescannt sind, beginnt der kreative Prozess am Rechner. Das Übereinanderlegen der Bilder. Und das hat mir richtig Spaß gemacht.

Bild 2: Kontrastreiches Verkehrsschild
Bild 2: Kontrastreiches Verkehrsschild Creative Commons License Ralf-Jürgen Stilz

Darüberhinaus ist der geneigte Lomograph gar nicht auf das aktuelle Material angewiesen, sondern kann sich durchaus auch älterer Scans aus dem Archiv bedienen. Ganz so, wie es thematisch oder vom Bildaufbau her am besten passt. Oder auch nicht. Der Kreativität sind hier, wie so oft, kaum Grenzen gesetzt.

Gerade die Vermischung von analoger Fotografie und digitalen Techniken finde ich persönlich äusserst spannend. Ebenso wie das Nachahmen analoger Schwächen durch digitales Zubehör, wie es zum Beispiel durch das Subjektiv oder ein Lensbaby erfolgt. Darüber werde ich hier demnächst etwas mehr schreiben, mir schwirren da auch schon ein paar interessante Ideen für zukünftige Projekte im Kopf herum. Mal schauen, was sich realisieren lässt.

Für mein Beispiel habe ich dann ein Foto aus dem Archiv (das Selbstportrait) und eins aus der Testserie mit den neuen analogen Filmen der lomographischen Gesellschaft genommen. Das Verkehrsschild wurde auf den Lomo Color Negative ISO 400 gebannt. Das Übereinanderlegen erfolgte mittels Ebenen multiplizieren in Photoshop. Fertig ist die digitale Doppelbelichtungen aus analogem Material.

Digitale Doppelbelichtung
Digitale Doppelbelichtung Creative Commons License Ralf-Jürgen Stilz

Diese Doppelbelichtung wäre zwar auch rein analog möglich gewesen, hätte aber viel mehr Planung und Aufwand erfordert. Und genau das mag ich eigentlich nicht, wenn ich eine Lomo LC-A in die Hand nehme. Meine Ausflüge in die Lomographie sind der Lässigkeit geschuldet und nicht dem Arbeiten nach Vorgabe. Und so finde ich mittels der analogen Unterbrechungen immer wieder zurück in die Welt der Digitalfotografie. Schön!

3 Kommentare bisher

  1. Bin ganz auf Deiner Seite. In meinen Augen fördert die digitale Bearbeitung auch die Kreativität. Man erwischt sich endlich mal wieder dabei, seine alten Aufnahmen zu durchforsten.
    Die LC-A macht übrigens tolle Fotos, soweit man das an dem “digitalisierten” Foto sehen kann. Toller Kontrast.

  2. Aber der Reiz an Doppelbelichtungen mit der LCA ist ja meiner Meinung nach eher das man vor dem entwickeln nicht (unbedingt) weiß was man kombiniert.
    Und ganz im Sinne der Lomografie kann ich das alles auch nicht wirklich nennen du verstößt immerhin maßgeblich gegen Regel “Nr5 Don’ t think” ;)

  3. Immerhin halte ich mich strikt an Regel Nr. 10!

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